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Archiv für Januar, 2006

Google-Bashing allerorten…

Über Google’s gewinndeterminierten Kotau vor den chinesischen Machthabern wird dieser Tage nicht nur hier und da viel geschrieben.

Es gibt inzwischen auch hübsche anlaßbezogene Logo-Variationen, so wie dieses hier:

Google (ge)fesselt...

Gefunden bei: Murdoc Online

Weitere Grafiken zum Thema gibt’s bei Michelle Malkin.

Teile und herrsche…

…hieß es bei den alten Römern - zu gut Latein: “divide et impera!”. Herrschen tut der Kirch Leo mittlerweile nicht mehr, aber teilen muß er - wie FOCUS Online vermeldet - trotzdem. Nämlich dann, wenn er von der Deutschen Bank irgendwann Geld sehen sollte:

“Der Medienunternehmer muss 50 Prozent möglicher Schadenersatz-Zahlungen an die Insolvenzmasse früherer Kirch-Firmen abführen [...].

Nach dem Untergang der Mediengruppe 2002 hatten Kirch und die Insolvenzverwalter mehrerer Untergesellschaften [...] eventuelle Ansprüche an einen Litigation-Pool („Streit-Pool“) abgetreten. Der Verteilungsschlüssel sieht für Kirch eine Quote von 50 Prozent vor.”

Das journalistische Trennungsgebot in Reinkultur…

…verwirklicht die Lüneburger Zeitung. Das jüngst bei Silkester.de publik gemachte Schulbeispiel einer werblichen Kontext-Entgleisung läßt sich vernünftigerweise jedenfalls nur so erklären, daß Anzeigenabteilung und Redaktion sich tatsächlich in keiner Weise koordinieren und offenbar auch niemand eine Schlußkontrolle der Platzierung von Werbeinhalten vornimmt:

“Das mag bei kleinen Anzeigen die Zeitung in Schwierigkeiten bringen, was die Geschäftsprozesse betrifft, denn wenn erst einmal die Anzeigenkunden ihr Veto einlegen und dieses und jenes nicht wünschen, kann das ein Zeitfresser sein, der nicht hinzunehmen ist. Bei eon aber ging es nicht um die kleine Minianzeige. Da wurde bei der Zeitung eine große rote Anzeige gebucht, die nicht zu übersehen ist und auch nicht der Kontext.”

Eigentlich ist die presserechtlich normierte Trennung von Inhalt und Kommerz von einer guten Absicht inspiriert: Es soll schließlich nicht der schnöde Mammon die Inhalte regieren.
Wie weit das tatsächlich noch Zeitungswirklichkeit ist, lasse ich an dieser Stelle mal ohne weitere Illustration. Interessanterweise wird das Argument “Trennungsgebot” allerdings stets dann bemüht, wenn sich die Leserschaft oder andere Unruhestifter über unsensible Anzeigenschaltungen oder Inhalte beklagen, die auch gutmütige Naturen in allzu auffälliger meinungsbildender Nähe zu in der gleichen Ausgabe geschalteten Anzeigen gesehen haben.

Das Beispiel aus Lüneburg zeigt jedenfalls eindrucksvoll die Schattenseiten völliger wechselseitiger Unverantwortlichkeit…

Ist 2006 ein Schaltjahr…?

Oder stammt diese freundliche e-Mail-Nachricht erfreulichen Inhalts vielleicht gar nicht von meiner geliebten Hausbank:

“Sehr geehrter Kunde,
obwohl Winterfeste schon vorbei sind, hat die Bankfuhrung fur ihre Kunden noch ein Geschenk zum Neuen Jahr vorbereitet. Vom 30. Januar bis 30. Februar konnen Sie das Geschenk in Geldaquivalent gewinnen. Dafur mussen Sie auf Ihr Konto gehen und die Bilanz nachprufen. Bitte den folgenden Link nutzen. www.sparkasse2006.de
Danke fur Ihre Aufmerksamkeit! Zum Neuen 2006 Jahr! ”

Und daß der Kundendienstmitarbeiter der Sparkasse unter der e-Mail-Adresse

“wrpymnbv@somename.ee.ucr.edu.212.23.138.in-addr.arpa”

geschäftlich verkehrt, läßt mich auch ein bißchen zweifeln…

Ist eine mp3-Datei ein Kaugummi?

Ein bißchen erinnern die Argumente in der aktuellen Diskussion um den Referentenentwurf für das 2. Gesetz zur Regelung des Urheberrechts (”2. Korb”) schon an die Probleme, die das Reichsgericht anno 1899 zu bewältigen hatte, als es über die Frage befinden mußte, ob man an Strom einen Diebstahl begehen kann. Das Gericht sagte damals “Nein”, weil es mangels Sacheigenschaft des Stroms wegen des strafgesetzlichen Analogieverbots nicht verurteilen durfte. Die Lücke im Gesetz wurde dann bekanntlich recht schnell geschlossen.

Diesmal will man erst gar keine Gesetzeslücke entstehen lassen. Ob allerdings das unberechtigte Vervielfältigen auch im Bagatellbereich tatsächlich strafwürdig ist, darüber gehen zwischen den großen Koalitionären die Rechtsmeinungen derzeit auseinander.
Golem.de referiert die Kritik der CDU/CSU-Fraktion im Rechtsausschuß des Bundestages an einer in dem Entwurf vorgesehenen Regelung, die geringfügige und ausschließlich private Nutzung straffrei lassen will:

“Erheblichen Diskussionsbedarf sieht man [...] in Bezug auf die so genannte Bagatellklausel, die Urheberechtsverstöße in kleinem Umfang straffrei stellen soll. Diese laufe der eigentlichen Intention des Gesetzesentwurfs entgegen und stelle in der Novelle einen Fremdkörper dar: [...] “Es darf keine unterschiedliche Wertung zwischen dem Diebstahl eines Kaugummis und einer Raubkopie geben”"

Das ist natürlich sehr holzschnittartig argumentiert. Selbstverständlich bleibt derartiges auch im privaten Bereich rechtswidrig - mit allen etwaigen zivilrechtlichen Konsequenzen seitens der verletzten Rechtsinhaber.
Es geht vorrangig um den fragwürdigen “Nutzen” einer Kriminalisierung des Bagatellbereichs. Die Staats- und Amtsanwälte würden hier wahrscheinlich extrem schnell nicht nur an die zeitlichen Grenzen ihrer Aufklärungsmöglichkeiten stoßen. Nicht umsonst entspricht die Regelung im Gesetzesentwurf der bereits aktuell durch die Strafverfolgungsbehörden geübten Praxis.
Eine Strafverfolgung aber, die nur auf dem Papier angedroht wird, tatsächlich aber gar nicht stattfindet, dürfte der Verwirklichung des Gesetzesziels kaum weiterhelfen. Unnötige “Überkriminalisierung” wird überdies eher dazu führen, daß die ohnehin nicht übermäßig große Akzeptanz für die fraglichen Normen weiter absinkt und die Zahl derjenigen zunimmt, die sich als moralisch berechtigt ansehen, durch Zuwiderhandeln Widerstand zu leisten. Das wäre dann wirklich kontraproduktiv, denn das geschäftsmäßige widerrechtliche Kopieren ist wahrlich kein augenzwinkend hinzunehmendes Kavaliersdelikt…

Es tut sich was,…

…in dieser Woche beim Zwiebelfisch:

“Auf einem Kölner Wochenmarkt bittet ein kleines Mädchen seine Mutter um ein Eis: “Mama, tust du mir ein Eis?” Die Mutter blickt ihre Tochter streng an und sagt: “Wie heißt das richtig, Gina-Marie?” Das Kind ruft: “Tust du mir BITTE ein Eis?” Die Mutter nickt zufrieden: “So ist’s recht!” und erfüllt ihrem Töchterlein den Wunsch.”

Ein virtuelles Jodel-Diplom…

…gibt’s bei SPIEGEL ONLINE: Nämlich das Latinum honoris causa. Für alle, die noch keins haben - oder diejenigen, die mal irgendwann Latein gelernt haben und jetzt online Gelegenheit bekommen, sich nochmal ordentlich selbst auf die Schulter zu klopfen.

Ich habe selbstredend die Chance ergriffen und meinem anno 1986 ehrlich erworbenen Latinum jetzt auch das der UniSPIEGEL-Fakultät hinzugefügt:

Das SPIEGEL ONLINE-Latinum

Natürlich konnten die dortigen Fragen ausgerechnet mepHisto als genuinem Altsprachler wenig abverlangen. Na ja, bis auf eine. Allerdings bin ich nach wie vor der Auffassung, daß es kein Beleg für Latein-Kenntnisse ist, wenn man weiß, welcher Musiker vor seiner Berühmtheit das Fach Latein studiert hat…

Übrigens: Wer keine Ahnung hat, hat - wie auch sonst so oft im Leben - trotzdem eine Chance: Man muß nur oft genug probieren (so wie ich bei der besagten Frage) - irgendwann stimmt die Antwort!

Nein, das ist wahrlich keine Entschuldigung,…

…was der Herr von Matt im Nachgang der jüngst geschilderten Auseinandersetzung mit unbedarften Kritikern da an auserwählte virtuelle WC-Betreiber verschickt hat.

Dabei fing es so gut an. Bis etwa zur Hälfte des Schreibens kam schon fast etwas wie Sympathie, ja echter Respekt auf. Da zeigt jemand tatsächlich Größe, kann auch einstecken, war man versucht zu denken. Aber der Rest der “Entschuldigung” rückt die Dinge dann wieder gerade. Da hat es den Gekränkten dann offenbar doch wieder zu stark übermannt… Schade!

Und eines hat der Werbeprofi aus der Schweiz offenbar grundsätzlich noch nicht verstanden, wenn er das Stilmittel des Pathos zu dieser Frage bemüht:

“Sollte es neben der Freiheit, eine Meinung zu verbreiten, nicht auch die Freiheit geben, eine Meinung nicht verbreitet zu wissen?”

Ja, klar gibt es die! Wird auch gesetzlich geschützt, u.a. durch das deutsche Strafgesetzbuch, spätestens so ab Hausnummer 202 aufwärts wird’s warm.

In allen anderen Fällen gilt: Wenn man nicht öffentlich zitiert werden will, muß man einfach nur die Klappe halten - auch wenn’s schwerfällt!

n.b.: Ich frage mich mittlerweile ernsthaft, wieso der JRvM hier ständig seine Mutter ins Spiel bringt. Hätte er die wichtigen Dinge von ihr tatsächlich gelernt und verinnerlicht, statt sich nur anlaßbezogen daran zu erinnern, daß er zu einem Thema schon mal etwas gehört hat, gäbe es diesen und viele andere Beiträge wahrscheinlich nicht…

Um es mal auf den Punkt zu bringen: Es wäre doch völlig o.k. gewesen, wenn der Herr von Matt statt weiter den ungerecht Behandelten zu mimen einfach etwa Folgendes gesagt hätte:

“Paßt auf Leute, ich weiß natürlich sehr gut, daß es Euer Recht ist, Eure Meinung abzusondern. Aber meine Belegschaft war eben total geknickt wegen der ganzen öffentlichen Undankbarkeit. Da mußte ich einfach was machen. Deshalb war meine Botschaft halt recht polemisch - aber sie war schließlich nicht für Euch, sondern für die Stimmung der Mitarbeiter gedacht. Lebt damit!”

Hat er aber nicht…

Das Gegenteil von Gut? Gut gemeint!

Wobei die einschlägige Web-Öffentlichkeit der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) selbst die gute Absicht unzweifelhaft absprechen dürfte. Entsprechend groß ist die Schadenfreude angesichts der gestern u.a. von heise online überlieferten staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen die - offenbar allzu forsche - Hüterin des immateriellen Eigentums:

“Bei der heutigen großen Durchsuchungsaktion gegen die Raubkopierer-Szene stand ausgerechnet die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) mit im Visier. Die Staatsanwaltschaft Ellwangen verdächtigt die private Fahndungsorganisation der Film- und Softwareindustrie, die Verbreitung so genannter Warez aktiv unterstützt zu haben. Ermittlungsbeamte des Landeskriminalamts Baden-Württemberg durchsuchten am heutigen Dienstag die Hamburger Geschäftsräume der Gesellschaft und die Wohnung eines hochrangigen Mitarbeiters. “

[Gefunden im: Berlin Blawg]

Reden ist Silber, mit Zeigen wird’s Gold…

…nach dieser Devise verfuhr Dick Hardt, Gründer und CEO der Firma sxip identiy bei seiner Keynote zur letztjährigen Open Source Convention in Portland:

In der knappen Viertelstunde seines Vortrags sahen die Besucher annähernd 250 Bilder als fließende, gelegentlich redundante assoziative Begleitung einer äußerst relaxten, lakonischen, aber nie langweiligen Stimmführung.

Die wirklich erlebenswerte Präsentation eines zum Vortragen vermeintlich gar nicht so spannenden Themas gibt’s in verschiedenen Formaten hier zu sehen und zu hören.

[Gefunden beim "Geistesblitz"]