…denn man muß einfach jede Chance nutzen, diese den Köpfen scheinbar zu gut behüteteter ministerialer Nerds entsprungene ungute Mischung aus missionarischer Gesinnungskorrektheit und naiver Demokratümelei mal zur Diskussion zu stellen!
Haben wir denn wirklich keine anderen aktuellen Probleme, über die man zuförderst mal nachdenken sollte? Obwohl - das eigentlich Schlimme ist doch:
Darf es wirklich sein, daß das hier tatsächlich das Ergebnis ist, das dabei herauskommt, wenn sich bei uns volksvertretend jemand Gedanken über die Lösung eines wichtigen Problems macht?
“Im Baden-Württemberger Test lautete etwa eine Passage zur Homosexualität: “Stellen Sie sich vor, Ihr volljähriger Sohn kommt zu Ihnen und erklärt, er sei homosexuell und möchte gerne mit einem anderen Mann zusammenleben. Wie reagieren Sie?”
Auf solche Fragen, die selbst Deutsche wohl unterschiedlich beantworten würden, ohne sich gleich des Verdachts des Fundamentalismus auszusetzen, hat Hessen nun gänzlich verzichtet. Dennoch gibt es auch im neuen Fragenbogen aus Wiesbaden Themen, die durchaus heikel sind. So wird etwa nach dem “Existenzrecht Israels” gefragt oder danach, ob sich Frauen ohne Begleitung männlicher Verwandter in der Öffentlichkeit bewegen dürfen.”
Ich will ja gar nicht erst das gehässige Argument bemühen, daß sich das deutsche Staatsvolk spontan um einen deutlich zweistelligen Prozentsatz verringerte, machte man das Bestehen des “Hessentests” nachträglich zur staatsbürgerlichen Pflicht.
Aber ernsthaft zu behaupten, daß man mit einem Fragebogen dieser Qualität die Integration von Ausländern tatsächlich fördern kann, läßt nur den Schluß zu, daß sich jemand entweder mangels Realitätsbezug zu dieser Welt gedanklich offenbar in einem Paralleluniversum bewegt oder aber die hohe Gemeinde schlicht veralbern will:
Solche Fragekataloge entwickelt man, wenn Wahlkampf ist und indifferente Befindlichkeiten und niedrige Instinkte in Stimmen umgewandelt werden sollen - oder aber, wenn man verhindern will, daß Leute ins Land kommen! Fragt e.g. mal bei den Schweizern nach - die wissen, wie man Einwanderung vernünftig (be)steuert - oder bei den Niederländern, die stellen wenigstens nicht so moralinsaure Fragen…
Und ansonsten mag jetzt jeder selbst mal überprüfen, wie deutsch er eigentlich ist!
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