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Archiv für April, 2006

Wir sind Fußball: Fifa verliert im Werbestreit

SPIEGEL ONLINE:

“Schlappe für die Fifa: Der Weltfußballverband und seine Partner dürfen laut Bundesgerichtshof anderen Unternehmen die Benutzung des Begriffs “Fußball WM 2006″ für Waren und Dienstleistungen nicht mehr verbieten. Für Firmen, die mit dem Begriff massiv werben wollten, kommt das Urteil wohl zu spät.”

Ja! Und auch für Mandanten (Hallo, Herr K. von der Fa. A.!), die vor ca. 5 Jahren schon mal das Richtige in die Wege geleitet hatten (inkl. aussagekräftiger Domains) - und dann doch ohne wirkliche Not sehr schnell den Schwanz eingekniffen haben. Trotz gegenteiligen und natürlich kompetenten anwaltlichen Rats.

Es gilt eben nicht nur Gorbatschow (“Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!”) sondern auch das Osterhasen-Prinzip: “Eier sind nicht alles. Aber ohne Eier ist alles nichts!”

Mehr Infos zum Hintergrund des Rechtsstreits gibt’s von der Pressestelle des Bundesgerichtshofs.

Arbeitsgerichtsprozeß: Osthoff-Nominator als Bauernopfer?

taz :

“Der Richter gab sich redlich Mühe, doch es half nichts: Zwischen Jost Müller-Neuhof und seinen ehemaligen Arbeitgebern vom Berliner Tagesspiegel war keine Einigung zu erzielen, der für Mittwoch angesetzte Gütetermin vor dem Landesarbeitsgericht blieb ergebnislos. Nun wird es zum Prozess kommen, der voraussichtlich Ende Mai beginnt.

Im Januar hatte Müller-Neuhof seine damaligen Kollegen aus der Medienredaktion per Mail darüber informiert, dass die Ex-Irak-Geisel Susanne Osthoff für den Grimme-Preis vorgeschlagen worden sei. Was in dieser Mail allerdings fehlte, war der Hinweis, dass Müller-Neuhof selbst der Nominierende war - das erfuhr Medien-Ressortchef Joachim Huber dann erst von den Grimme-Preis-Verantwortlichen, sicherte diese Information bei Müller-Neuhof ab und vermeldete sie schließlich als Exklusivnachricht des Tagesspiegels.

Als bekannt wurde, woher die Nominierung stammte, hagelte es Vorwürfe [...]. In der Folge trat Huber als Ressortleiter zurück, blieb aber beim Tagesspiegel beschäftigt, Müller-Neuhof wurde entlassen.”

Der Stillstand der Rechtspflege…

…ist - offiziell dokumentiert - eingetreten beim Landgericht Nürnberg-Fürth.

Aus einer Mitteilung des Gerichts in einem Bauprozeß:

“Die zuständige Richterin wird zum 01.05.2006 in den Ruhestand versetzt. Für neue Besetzung deren Referats besteht eine gesetzliche Sperre von 6 Monaten bis zum 31.10.2006. Vor diesem Zeitpunkt kann Terminierung dieses Verfahrens durch andere Mitglieder der Kammer als Vertreter wegen derer eigenen Auslastung nicht in Aussicht gestellt werden.”

[Dank an den Kollegen Michael Cunningham aus Nürnberg für "dessen Zurverfügungstellung"!]

Das Urteil der Klassenkameraden

taz :

“Ab dem kommenden Schuljahr wird es in Hamburg “Teen Courts” geben: Bei kleineren Straftaten Jugendlicher können dann Schülergerichte den “Prozess” führen. Justizbehörde beginnt demnächst mit der Ausbildung der jungen Laienrichter. [...] Die Missbilligung von Gleichaltrigen zu spüren, kann für Teenager eine harte Strafe sein. Zu einer Clique zu gehören ist wichtig. Schlimmer als der Rüffel eines erwachsenen Lehrers ist es oft, diesen vor Freunden und der versammelten Klasse einstecken zu müssen.

Diesen Gruppendruck will sich die Hamburger Justizbehörde nun bei der Bekämpfung von Kriminalität zunutze machen. Sie plant, zum kommenden Schuljahr drei Schülergerichte zu schaffen, die nach Vorbild der US-amerikanischen “Teen Courts” über delinquente Teenager zu Gericht sitzen werden.”

Umschalten in Werbepausen bald verboten?

Nein, diese Meldung bei SPIEGEL ONLINE stammt nicht vom 1. April:

“Mit diesem Patent wird sich Philips bei Fernsehzuschauern unbeliebt machen: Eine neue Technik soll das Umschalten in Werbepausen verhindern - und ebenso das Überspringen von Werbeblöcken in Aufnahmen mit Festplattenrecordern. [...] “Gerät und Methode zum Verhindern des Kanalwechselns während der Werbung” - ist der bereits 2003 beim US-Patentamt eingereichte Antrag überschrieben. Man kann es auch einfacher ausdrücken: Fernsehzuschauer sollen nicht mehr wegzappen können, wenn ein Werbeblock beginnt.”

Fehlt jetzt eigentlich nur noch das passende Gesetz dazu, mit dem das Wegzappen verboten und die Umgehung der technischen Umschalt-Sperre unter Strafe gestellt wird…

Knapp vorbei…

…ist auch daneben. Aber manchmal auch sehr einprägsam.

So wie dieser Werbeslogan, der auf Rückseite eines Kastenwagens prangte, der heute morgen vor mir an der Ampel hielt:

“Optiker XYZ - Gutes Sehen aus einer Hand!”

Unglaublich! Ich habe noch nie jemanden gesehen, der mit einer Hand… Nein, lassen wir das. Sonst wird’s bloß noch ein zweifelhafter Kalauer.

Ihren Werbeeffekt hat die sehende Hand allerdings trotzdem irgendwie verfehlt. Ich weiß, daß es die Werbung irgendeines Augenoptikers war. Aber absolut nicht mehr, welches. Sonst hätte ich ihn genannt. Ehrlich!