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Archiv für Juni, 2006

Eingeölt und angeschmiert…

Da haben sie’s gestern also tatsächlich mit Hilfe des Schiedsrichters in letzter Sekunde noch eine Runde weiter geschafft, die blauen Jungs mit den Goldbuchstaben.

Sehr viel weiter wird’s aber nicht gehen, weiß

Achim Achilles:

“Der italienische Mann, nennen wir in Luigi Forello, ist eine parasitäre Lebensform. Er ist nicht in der Lage, ohne fremde Hilfe zu überleben. Irgendwo saugt er sich immer fest. Und dann lässt er sich fallen. Gern auch auf dem Fußballplatz. [...].
Weil er schnell erschöpft ist, genügt ihm die leiseste Berührung eines Gegners, um melodramatisch zu Boden zu gehen. [...].

Insofern geschah gestern nichts Ungewöhnliches. Fabio Grosso fiel im Strafraum und grinste noch im Fallen. Der nicht minder ölige Francesco Totti verwandelte dann den Elfmeter gegen Australien. Danach lutschte er am Daumen. Das ist normal bei italienischen Männern. Es war wie immer. Am Freitag werden die kickenden Holzfäller aus der Ukraine eingeölt und angeschmiert. So schlawinern sich die Italiener mal wieder bis ins Halbfinale. Dann, liebe Luigis, ist allerdings Feierabend. Wir haben da noch ein paar Rechnungen vom letzten Italien-Urlaub offen.”

Der schmutzige Unterschied

SPIEGEL ONLINE:

“Es war bei der WM in Mexiko 1986, als Jorge Valdano und Maradona [...] eine Wette abschlossen.

Maradona würde einen Fußball in eine Journalistenrunde passen. “Sie werden ihn aufheben und mit der Hand an uns zurücktragen, weil sie den Fußball insgeheim verachten”, sagte Maradona.

“Sie werden ihn mit dem Fuß spielen”, sagte Valdano. Maradona passte und irgendein ordentlicher Schreiberling hob den Ball auf und brachte ihn mit beiden Händen zu Maradona zurück. “Der arme Kerl, er hat sich geschämt, den Ball mit dem Fuß zu nehmen, weil Du, Maradona, da warst”, verteidigte sich Valdano, weil es immer schwer ist, eine Wette zu verlieren.

Maradona lachte. Dann sagte er: “Wenn ich mit einem Smoking bei einem Empfang in der Villa des Präsidenten bin und ein schlammverschmierter Ball kommt auf mich zugeflogen, dann stoppe ich ihn mit der Brust und spiele ihn zurück mit dem Fuß, wie es sich gehört.”"

Kaufberatung durch das Grundgesetz…

…wäre zumindest beim Flaggenkauf eine mögliche Option. Denn da steht drin, welche Farben - und in welcher Reihenfolge - für Deutschland stehen.

SPIEGEL ONLINE - Nachrichten:

“Es ist ja eine tolle Sache, dass wir alle von einem total entspannten Nationalgefühl überwältigt sind. Prima, dass Intellektuelle und Gröhlheimer in patriotischer Einigkeit die schwarz-rot-goldenen Stander von Rudis Resterampe an den Kia geflanscht haben.

Wir wollen ja auch wirklich nicht spießig sein. Aber ein bisschen mehr Flaggendisziplin wäre doch wohl angebracht. Kaum haben wir das neue Deutschlandgefühl entdeckt, geht hier gold-schwarz-rot auch schon alles drunter und drüber. Unsere Freunde im Nachbarhaus zum Beispiel, osteuropäisch-ökonomischer Migrationshintergrund, haben sich offensichtlich übers Ohr hauen lassen: schwarz-gelb-rot weht es von ihrem Balkon. Das ist Belgien. Und die sind gar nicht dabei. Was lernen wir daraus? Augen auf beim Fahnenkauf.”

Man kann allerdings auch mit den richtigen Farben in der richtigen Reihenfolge noch Schabernack treiben: Der Patriot in der benachbart liegenden Kleingartenanlage z.B. hat sein Hohheitszeichensurrogat hochkant aufgezogen. Schöne schwarz-rot-goldene Längsstreifen. Über die richtige Ausrichtung schweigt der Text des Grundgesetzes ja auch…

Keine Hommage an die WM…

…aber sehr erfrischende Ansichten über den Fußball gibt Peter Sloterdijk bei SPIEGEL ONLINE von sich:

“Es gibt kaum ein Spiel, bei dem unsere alten protoartilleristischen Jagderfolgsgefühle so deutlich imitiert werden können. Wenn man den inneren Jäger ganz paralysiert, ganz umgebracht hat, dann kommt man unvermeidlich zu der Überzeugung, dass es auf der Welt nichts Dümmeres gibt als die Reaktion von Fußballern nach dem Torerfolg. Es ist wirklich obszön, was man da zu sehen bekommt. Eine Pornodarstellerin müsste sich genieren, verglichen mit diesen seltsamen Torschützenorgasmen, die vor zahlendem Publikum zum Besten gegeben werden. Aber: Sobald man auf diesen Mord am inneren Jäger verzichtet und die alten Jagdgefühle zulässt, spürt man sofort, was auf dem Rasen verhandelt wird. Da wird nämlich das älteste Erfolgsgefühl der Menschheit reinszeniert: mit einem ballistischen Objekt ein Jagdgut zu treffen, das mit allen Mitteln versucht, sich zu schützen.”

Babylonisches Sprachgewirr…

Unverständlichkeiten beinhalten nicht nur dubiose e-Mails und Bedienungsanleitungen, bei denen man sich den menschlichen Übersetzer gespart habt. Auch Zielgruppen-Websites liefern manchmal skurrile Informationen - diese etwas kryptische Ankündigung findet sich bei Dexigner:

Die Schablone Monsterpläne, zum seiner WordPress Themen zukünftig, indem sie BeispieladSense Blöcke, zu erhöhen addierten entwarfen, ein bestimmtes Thema zusammenzubringen, um es einfacher zu bilden, damit bloggers von ihren blogs profitieren.

“Wir verwenden WordPress für unser korporatives blog und gemochte WordPress Software soviel, daß wir fünf freie Themen zur WordPress Gemeinschaft früh dieses Jahr beitrugen,” sagen David Braun, CEO des Schablone Monsters.

“Die freien Themen, die großes Rückgespräch und uns erhalten werden, haben viele Anträge für neue WordPress Themen empfangen.
Das ist, warum wir entschieden, eine neue Produktserie zu beginnen.

Wir werden über dieses Produkt aufgeregt, da WordPress eine wirklich große blogging Plattform ist und wir Lose Gelegenheiten sehen, in denen wir können Mehrwert ihm.”

Wenn man seine Webseite schon in verschiedenen Sprachen anbietet, sollte man die Übersetzung wirklich nicht einem Computerprogramm überlassen…