…darüber haben Rechtsschutzversicherer naturgemäß andere Ansichten als Anwälte.
Geiz bleibt auch 2007 immer noch geil. Nicht nur bei Saturn. Nur daß bei letzterem Konzern der Kunde geizen kann, während die Rechtsschutzversicherer mit der Leistung für ihre Kunden geizen, deren Geld sie schon kassiert haben - oder denen sie es erst noch abnehmen wollen.
Allein wichtig ist offenbar, daß der Versicherte für seine Beiträge nicht zuviel beansprucht, getreu dem Motto: “Jeder Rat, der billig ist, ist gut genug!”
Mit dem nachstehenden - durch die verantwortlichen Verbandsfunktionäre übrigens ohne jeglichen Respekt vor dem presserechtlichen Trennungsgebot auf der Startseite des offiziellen Internet-Auftritts des Handballverbandes Schleswig-Holstein veröffentlichten - Text gehen die HDI-Versicherungen seit geraumer Zeit auf Bauernfang unter den ehrenamtlichen Sportfreunden:
“Neu für HDI-Rechtsschutzkunden: Kostenfreie Beratung durch Anwälte
„Fragen statt Klagen!“… so könnte man den neuen Service der HDI-Rechtsschutz-Versicherung interpretieren. Je nach Deckungsumfang besteht für Rechtsschutzkunden häufig ein zusätzlicher Beratungsbedarf bei der Lösung diverser Rechtsprobleme des Alltags, wie z.B.:
- § aus dem Scheidungsrecht
- § bei Mietangelegenheiten
- § bei Problemen mit dem Arbeitgeber
Die Kosten einer Fachberatung können hoch sein, bis zu EUR 220,–.
Ab sofort besteht in solchen Fällen für alle HDI-Rechtsschutz-Kunden (auch für diejenigen, die bislang lediglich eine Verkehrs-Rechtsschutz-Versicherung abgeschlossen haben) die Möglichkeit, sich in jeder Lebenslage Rechtsberatung per Telefon einzuholen. Diese anwaltliche Fachberatung ist kostenlos und unabhängig vom bestehenden Deckungsschutz. Vom Schadenssachbearbeiter wird man in solchen Fällen an einen unabhängigen Anwalt weitergeleitet und erhält dort professionelle Beratung per Telefon. Der Anrufer zahlt lediglich die Telefongebühren (12 Cent/Minute aus dem deutschen Festnetz). Die spezielle Servicenummer wird allen HDI-Rechtsschutzkunden schriftlich mitgeteilt.”
Ich überlege inzwischen ernsthaft, ob sich wohl eine anwaltliche, kompetente (Rechtsschutz-)Versicherungsberatungs-Hotline lohnt, mit der man - gegen ein bescheidenes Salär für die anzustellenden Stundenlöhner - die Ratsuchenden erstmal darüber aufklärt, wer ihr eigentlicher Gegner ist…
Was mich daneben noch umtreibt: Ich kenne bislang keine(n) Kollegen/-in, der/die offen zugibt, bei solchen Versicherer-Aktionen als “unabhängiger Anwalt” (!) mitzuwirken.
Wen beauftragen die dann bloß? Oder stimmt das am Ende alles gar nicht - und es sitzen da in Wirklichkeit lauter Angestellte der HDI am Telefon…?
P.S.: Tatsächlich sind sogar die anfallenden Kosten höher als angegeben - seit 01.01.2007 kostet die Plauderei den Anrufer einer 01805er-Nummer nämlich nicht mehr 12 Ct pro Minute, sondern 14 Ct… (Dank an den Kollegen Carsten Hoenig für den Hinweis!)
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