Juraxx - Mehr schlecht als recht?
Für Andreas Kurz offenbar keine Frage, sondern eine Feststellung. In seinem Beitrag für die Financial Times Deutschland befaßt er sich heute mit dem Schicksal von Partnern des “grünen Eugen”:
“Wenn er sich nur umdrehen würde, wenn er seinen Blick schweifen ließe, was könnte er dann sehen: den Ballindamm, die Binnenalster, Weiden, die ihre Zweige ins Wasser hängen lassen. Hier ist Hamburg am schönsten, und hier machen die Hanseaten ihre Geschäfte. Die Hausportale sind mehrere Meter hoch, von jedem grüßt das Metall blank gewienerter Kanzleischilder. “Und was habe ich davon?”, fragt Shahryar Ebrahim-Nesbat. Den Rücken gerade, die Lippen nur ein Strich, sitzt der Anwalt in seinem Büro im dritten Stock eines dieser Häuser. Eine Wand ist knallgrün gestrichen. Es ist das Grün der Kanzleikette Juraxx.
Tja, eigentlich hat Nesbat gar nichts davon. Was er hat, sind 50.000 Euro Schulden. Aus seinem Juraxx-Büro muss er heute raus. Der Vermieter hat gekündigt, Mietrückstände. Die 50.000 Euro wird Nesbat wohl nicht wiedersehen, die hat er versenkt. In ein marodes Unternehmen namens Juraxx.”
Tja. Wieder so ein Modell, das sich nur für den rechnet, der es erfunden hat.
Aber eines zeigt es: Wir Anwälte sollten künftig etwas weniger schnell mit dem Kopfschütteln sein, wenn mal wieder jemand hilfesuchend vor uns steht, der auf irgendein obskures Wirtschafts-Kettenspiel oder eine windige Strukturvertriebsofferte hereingefallen ist…


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