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Archiv für Juli, 2008

Live and let die - hat Kusch die Lizenz zum Sterbenlassen?

Florian Rötzer befaßt sich bei TELEPOLIS mit der aktuell kontrovers diskutierten Beihilfe zur Selbsttötung einer alten Dame, die der Hamburger Ex-Justizsenator Roger Kusch jüngst geleistet hat:

“Im März hatte der ehemalige Hamburger Justizsenator und ehemalige Oberstaatsanwalt beim Bundesgerichtshof Roger Kusch, der 2006 die Partei “HeimatHamburg” und letztes Jahr den Verein “Dr. Roger Kusch Sterbehilfe ” gegründet hat, die von ihm entwickelte Tötungsmaschine vorgestellt. Mit ihr kann ein Mensch, der nicht mehr leben will, sich ein Narkosemittel und dann ein tödliches wirkendes Gift (Kaliumchlorid) injizieren. Zwar wird die Injektionsnadel von einem Arzt oder einer anderen Person angelegt, drücken und damit den Mechanismus auslösen muss der Sterbewillige. Die Maschine ist als Umweg notwendig, weil aktive Sterbehilfe strafbar ist, nicht aber Beihilfe zur Selbsttötung – meint zumindest Kusch. [...].

Wenn nun die Gegner pflichtschuldigst Kusch verurteilen, ihm, wie Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Ärztekammer Hamburg, unterstellen, er habe nur aus “persönlicher Eitelkeit” die “Einsamkeit einer Frau instrumentalisiert”, oder ihm “Verachtung des menschlichen Lebens” vorwerfen, dann ändert all dies nachträglich nichts am Wunsch der Frau nach dem selbst entschiedenen Ende ihres Lebens. Das ist das Thema, um das sich die scheinheiligen Lebensbewahrer drücken, indem sie nur auf den bösen Kusch verweisen.”

Man mag zur Person, den politischen Ansichten und zu den persönlichen Zielen des Mannes stehen wie man will - aber es ist (s)ein Verdienst, daß sich die Justiz um eine aktuelle und klare Stellungnahme zu diesem Thema nun wohl nicht mehr drücken kann. Dafür hat er zumindest meinen Respekt…