Aufklärungsfanatismus als medialer Selbstzweck: World Of Bullshit
In der Online-taz befaßt sich Arno Frank mit dem medial zelebrierten Betroffenheitsheitsreflex auf die Vorgänge in Winnenden - und dem unvermeidlichen Expertentum des Hinterher:

In der Online-taz befaßt sich Arno Frank mit dem medial zelebrierten Betroffenheitsheitsreflex auf die Vorgänge in Winnenden - und dem unvermeidlichen Expertentum des Hinterher:
welt.de kommentiert den Prozeßauftakt im Fall Fritzl:
Mord, Sklaverei, Vergewaltigung, Freiheitsentziehung, schwere Nötigung und Blutschande: Das sind die Anklagepunkte gegen Josef Fritzl. Morgen beginnt in St. Pölten der Prozess gegen den Mann, der als “Inzestvater von Amstetten” bekannt wurde. Doch womit rechtfertigt sich jemand, der zu solcher Grausamkeit fähig ist?
Diese These stellt jedenfalls Gabor Steingart im aktuellen SPIEGEL (Printausgabe) auf:
Für Steinmeier und Müntefering wird es ungemütlich, wenn sie die Wahl verlieren, heißt es allenthalben. Aber das stimmt nicht. Ungemütlich wird es, wenn sie die Wahl gewinnen.
Die Partei ist am glücklichsten, wenn sie nicht regieren muss. Dann schnurrt sie wie eine Katze. Der Gefühlshaushalt ihrer Mitglieder ist ausgeglichen, wenn sie Programme schreiben oder Protestplakate malen dürfen.
Während die katholische Kirche die Mutter einer vergewaltigten Neunjährigen wegen einer aus medizinischen Gründen erfolgten Abtreibung exkommuniziert, nimmt sie eine Anti-Computer-Sekte wieder auf, weiß Peter Mühlbauer bei TELEPOLIS zu berichten: Weiterlesen…
Inzwischen hat der Medienexperte Jörg Tauss eine Presseerklärung abgegeben - und ist von seinen politischen Ämtern in der SPD zurückgetreten.
Völlig unabhängig von der Schuldfrage sicherlich ein ehrenwerter Schritt. Ob er persönlich klug war, kann man diskutieren. Der SPD wird’s jedenfalls helfen…
Der schnelle Rückzug von Tauss ist zweifelsohne auch ein “Verdienst” der Medien und ihrer fleißigen Zuträger, wie Christiane Schulzki-Haddouti bei TELEPOLIS feststellt:
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ef-online greift heute die aktuellen Ereignisse um den SPD-Politiker Jörg Tauss auf.
Und macht zu Recht darauf aufmerksam, dass die Medien in puncto Vorverurteilung offensichtlich unterschiedliche Maßstäbe anlegen:
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